Wie Taschenlampen-Kaufberatung im Internet nicht aussehen sollte

Discussion in 'Kaufberatung' started by msitc, Oct 3, 2017.

  1. msitc

    msitc Administrator Staff Member

    Mit schöner Regelmäßigkeit erlebe ich, wie gutgemeinte “Kaufberatung” in einschlägigen Fachforen genau das Gegenteil bewirkt und zur völligen Konfusion führt. Man kann sich das in etwa so vorstellen: Jemand hat den Wunsch, sich eine leistungsfähige Taschenlampe zu kaufen, die optimalerweise genau zu seinem Anforderungsprofil passt. Üblicherweise geht dieser Absicht eine längere Recherche voraus, und irgendwann landet man dann bei den “Profis” in diversen Foren. Nach einer kurzen Vorstellung und der Schilderung des Einsatzprofils beginnt nun die große Odyssee, den der arme Fragesteller wird im weiteren Verlauf mit Informationen und Verweisen nur so zugeschüttet. Bereits an dieser Stelle (so höre ich das regelmäßig in Beratungsgesprächen) werden auch Taschenlampen und/oder Zubehör empfohlen, die oft in keinster Weise zu den Anforderungen des Fragestellers passen, und so ist es nicht weiter verwunderlich, dass die Diskussion bzw. Kaufberatung dann sehr bald einen Umfang von mehreren Seiten hat.

    Spätestens an dieser Stelle werfen viele schon die Flinte ins Korn, denn natürlich wird auch mit Fachbegriffen um sich geworfen, mit denen die wenigsten Taschenlampen-Neulinge etwas anfangen können. Mit etwas Glück erbarmt sich dann einer der anwesenden Fachleute und erklärt in kurzen Worten, um was es geht, vielleicht aber auch nicht. Wer leidensfähig ist, wühlt sich durch die bislang aufgelaufenen Vorschläge und wagt es vielleicht sogar noch, Fragen zu einzelnen Punkten stellen. Häufig taucht nun der Hinweis auf, dass man sich doch bitte die Beamshot-Sammlung des Forums zu Gemüte führen möge, um dort erkennen zu können, welche Leuchtcharakteristik eine Taschenlampe bei Nacht hat. Generell ist das nicht verkehrt, erfordert aber viel Geduld und Durchhaltevermögen. Wie sagte ein Kunde im Gespräch vor kurzem so schön: “Ich habe nicht die Zeit, mir stundenlang Beamshots anzuschauen, die üblicherweise auch nicht auf Referenzparametern basieren.”

    Nun, dem ist aus meiner Sicht nichts hinzuzufügen. Je nach Kameraeinstellung kann so ein völlig verfälschtes Bild eines Lichtstrahls entstehen, wenn beispielsweise der automatische Weißabgleich einer Kamera selbständig Korrekturen vornimmt. So ist es nicht weiter verwunderlich, dass drei Bilder von verschiedenen Fotografen im Extremfall dreimal ein komplett verschiedenes Ergebnis liefern. Noch schlimmer wird es, wenn der Fragesteller den unverzeihlichen Fehler begeht und sich nach einer fokussierbaren Taschenlampe erkundigt, denn dann sind qualifizierte Antworten wie “Vergiss es, fokussierbare Taschenlampen sind alle scheiße und taugen nix!” durchaus normal. Eine ausreichende Begründung, warum das anscheinend so ist, liefert der erfahrene Profi dann aber häufig nicht oder verweist auf andere Diskussionen, in denen andere selbsternannte Fachleute ebenfalls seitenlang darüber schwadronieren, wie schlecht doch fokussierbare Taschenlampen sind.

    Wer nun glaubt, dass ich mir das aus den Fingern gesaugt habe, den muss ich leider eines besseren belehren. Ich habe aufgehört zu zählen, wie oft ich schon Anrufe von Leuten bekommen habe, die ihr Glück zunächst mit der Taschenlampen-Kaufberatung in einem Fachforum versucht haben und dann die Flinte aus den o.g. Gründen ins Korn geworfen haben. Für mich hingegen ist es sehr wichtig, genau zuzuhören und dann individuelle Empfehlungen auszusprechen, die auch mit dem Anforderungsprofil eines Interessenten oder Kunden übereinstimmen. Darüber hinaus empfehle ich nur Produkte, die ich selber getestet habe und sie deshalb auch beurteilen kann – Vorschläge, die lediglich auf Hörensagen basieren, gibt es von mir nicht.

    Tags: Beratung Empfehlung Kaufberatung msitc MSITC Shop Taschenlampen Taschenlampen-Shop
     

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